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Omega-3 und Krebs

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Brustkrebsrisiko und Omega-3

Bereits seit 20 Jahren ist bekannt welche Auswirkungen Ernährungsgewohnheiten auf die Entstehung von Krebs haben (nach WHO 20 bis 70%). In der Ernährung spielen mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren eine wichtige Rolle bei der Brustkrebsvorsorge [1]. Während Budwig Leinöl (mit der Omega-3 – Ala- Fettsäuren) empfiehlt, werden in zahlreichen Studien ausschließlich die EPA und DHA Fettsäuren empfohlen um seinen Omega-3-Bedarf zu decken.

Warum sollte man Fisch dem Leinöl gegenüber bevorzugen?

  • Die pflanzliche Omega-3 Quelle Leinöl, wird nicht optimal in für den Körper essentielle Fettsäuren umgewandelt. Pflanzen haben in der Regel die ALA Fettsäure. Durch Genmutation könnte es zukünftig möglich sein, die für den Menschen notwendigen Fettsäuren EPA bzw. DHA durch gezüchtete Pflanzen zu decken. Bis jetzt kann unter keiner Dosierung der optimale Omega 3-Index in den Erythrozyten mithilfe Pflanzenölen und Algen erreicht werden, nach Prof. Dr. med. C. von Schacky.
  • Dabei gilt: Die ALA-Fettsäure wird zu 4-9% zu EPA umgewandelt. Die EPA-Fettsäure wird zu 0-4% zu DHA-Fettsäure umgewandelt[1] [2] [3] .
  • Frauen weisen im Vergleich zu Männern eine höherwertige DHA-Synthese auf, was auf die Effekte des Östrogens zurückgeführt werden kann. Während gesunde junge Frauen etwa 21 % der alimentär (über die Nahrung) zugeführten alpha-Linolensäure zu EPA und 9 % zu DHA konvertieren, wird bei gesunden jungen Männern die alpha-Linolensäure aus der Nahrung nur zu etwa 8 % in EPA und nur zu 0-4 % in DHA umgewandelt [1] [2] [3] .
  • ALA = Alpha-Linolensäure
  • EPA = Eicosapentaensäure
  • DHA = Docosahexaensäure


Warum ist es wichtig seinen Omega-3 Bedarf zu decken?

Es gibt unzählige Studien, die bei Omega-3 eine positive Wirkung feststellen konnten. Zahlreiche Studien widerlegen aber auch die Wirkungen.

Die Frage ist: Wer hat recht und warum?

Auf zahlreiche methodische Fehler, welche in Studien stattfinden können, hat mich Prof. Dr. med. Clemens von Schacky aufmerksam gemacht. Bei Omega-3 ist nicht nur die Mahlzeiten-Kombination entscheidend, sondern auch die Quellen. Dr. med. Clemens von Schacky erwähnte für mich einen Merksatz: Einnahme ist nicht immer gleich Aufnahme bei Omega-3. Außerdem unterscheiden sich auch die Messverfahren in ihren Ergebnissen, was einen Studienvergleich schwierig macht und teilweise einige Studien, die bisherige Ergebnisse widerlegen, nicht verwertbar machen. Dr. med. Clemens von Schacky hat aus seiner Leidenschaft heraus ein Messungsverfahren erfunden: HS-Omega-3 Index® – Omegametrix, welches sehr genau ist und eine Bewertung möglich macht.

Stichpunkte zu Omega-3:

  • Omega 3 wird in die Zellwand eingebaut
  • Omega 3 Kapseln alleine morgens aufzunehmen führt zu einem niedrigeren Omega-3 Index-Anstieg, als zum Mittagessen
  • Andere Öle, wie Olivenöl, verbessern die Aufnahme vom den Omega-3 Fettsäuren EPA- und DHA
  • Es sind ca. 3000mg bis 5000mg EPA notwendig (zur Mahlzeit) um einen optimalen Omega-3-Index in den  Erythrozyten zu erreichen.
  • Die Omega-3 Fettsäure im Fisch (DHA) wirkt entzündungshemmend und neuroprotektiv (das Überleben von Nervenzellen und Nervenfasern fördernd).

Außerdem fällt auf:

  • Eine niedriger Omega-3-Index mit hoher Brustkrebs-Rate korreliert
  • Brustkrebs mit Fettleibigkeit assoziiert

Der Zusammenhang zwischen Omega-3 und Krebs wird mit dem erhöhten Wert an EPA- und DHA-Fettsäuren in den roten Blutkörperchen erklärt (Omega-3-Index), denn EPA- und DHA-Fettsäuren und Omega-6 Fettsäuren sind im Wettkampf um den Einbau in die Zellmembran. [2] Eine Korrelation ist natürlich kein eindeutiger Beweis. Es Bedarf weiterer zusammenfassender Studien, die aus allen Risikofaktoren anwendbare Empfehlungen ableitet. Dennoch ist es unumstritten, dass Omega-3 bei 5 Gramm pro Tag keine Nebenwirkungen hat [EFSA].

Brustkrebs ist die weltweit häufigste bösartige Erkrankung bei Frauen. Jedes Jahr werden mehr als eine Million neue Fälle weltweit diagnostiziert und mehr als 400.000 Menschen sterben [3]. Im Jahr 2002 wurde ein viertel aller Krebsfälle weltweit als Folge von Übergewicht und körperlicher Inaktivität gewertet [5]. Die Europäische Union schätzte daher, dass 13.000 Brustkrebsfälle vermieden werden könnten.

Es wird angenommen, dass das BRCA1- Gen, welches für die DNA-Reparatur verantwortlich ist, für das ererbte Brustkrebsrisiko verantwortlich ist. [7]  Die Forscher Lubinski et al. 8 fanden heraus, dass Brustkrebs bei kanadischen Frauen öfter auftritt (zu 72% Träger der BRCA1- Mutation) im Vergleich zu polnischen BRCA1- Trägern (72% vs. 49% ). Die Forscher führten den signifikanten auf mehrere potentielle Faktoren zurück:

  • genetische Hintergründe (BRCA1- Gen)
  • Häufigkeit vom Screening (mehr Brustkrebsfälle wurden in Polen in frühen Stadien entdeckt)
  • Ernährungsgewohnheiten (Wie die Omega-3-Zufuhr, täglich Vitamin und Mineralienabdeckung)

Epigenetik

Je nachdem in welchem Umfeld eine Frau wohnt, ob sie Stress / keinen Stress hat und Sport oder eben keinen Sport betreibt und welche Lebensmittel Sie isst, können Gene aktiviert (demethyliert) werden. Eine neuere Studie aus Dezember 2017, greift diesen Punkt für Omega-3 auf [8]. Wenn Sie bis jetzt aufmerksam mitgelesen haben, stellt sich die Frage: Was hat Omega-3 damit zu tun?

Omega-3 und das Brustkrebsrisiko der Frau

Vermieden werden können zahlreiche Brustkrebsfälle durch studienbasierte gesunde Ernährung. Es ist außerdem möglich mit aktuellen Ernährungsprogrammen Mikronährstoffe und Fettsäuren einzelner Lebensmittel und somit auch der gesamten Ernährung zu berechnen. Neben der Ernährung auch Bewegung und auf ein gesundes Körpergewicht zu achten um sein Krebsrisiko zu senken [6].

Wie jede Frau Ihr Brustkrebsrisiko senken kann:

  • Wöchentlich Sport
  • Toxine und Co. meiden ( auch Aluminium in Deos)
  • Sonnenblumenöl, Walnüsse und sonstige Omega-6 Quellen in Maßen
  • mehr als 500 mg Omega-3 am Tag, optimal sind mehr als 3 Gramm Omega-3 aus EPA und DHA Fettsäuren

Was die Omega-3 Dosierung angeht, so haben Interventionsstudien bei Frauen, sowohl vor als auch nach der Menopause, viel versprechende Ergebnisse festgestellt. Studien, die mit nur 0,84 g / Tag EPA + DHA, sowie eine Dosierung bis zu 7,56 g / Tag EPA + DHA, wurden gut vertragen. 

Als Beispiel:

  • Sardinen 2.084mg / 100 Gramm
  • Hering aus der Ostsee 1.910mg / 100 Gramm
  • Lachs 1.748mg / 100 Gramm

Die Ernährung sollte nicht emotional zusammengestellt werden, d.h. nach dem, was man für richtig hält, sondern sollte 100% Ballaststoffe, Mikronährstoffe wie Vitamine und Mineralien abdecken. Außerdem stehen im Körper Omega-3 und Omega-6 im Wettkampf um die Umwandlung durch Enzyme, sowie führen die meisten Omega-6 Fettsäuren zu entzündungsfördernden Hormonen (Holford). Empfehlenswert ist es, nicht nur mehr Omega-3 zu verzehren, sondern auch auf das Verhältnis zwischen Omega-3 und Omega-6 zu achten. Sehr viel Omega-6 haben zum Beispiel: Sonnenblumenöl (63%), Walnüsse (34%) und Distelöl (75%). Omega-6 ist in fast allen fetthaltigen Lebensmitteln, wie z.B. in aller Art von naturbelassenen Ölen, Samen, Nüssen, Vollkorn, Hülsenfrüchten. Ein Zusammenrechnen der Tagesmenge von Omega-6 macht Sinn.

Fragen zu diesem Thema können in unserer Facebook-Gruppe: Krebs und Ernährung gestellt werden.
Bis dahin wünschen wir gutes Gelingen.

Viele Grüße

Michael Neumann


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