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Resilienzfaktoren

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Resilienzfaktoren
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Das wichtigste über Resilienzfaktoren: Es gibt Menschen, die sich durch nichts aus der Bahn zu werfen scheinen, jene die viel mehr Stress als andere Aushalten. Nach Kuss (2016) verzweifeln resiliente Menschen nicht an auftretenden Problemen, sondern wachsen sogar daran! Welche Resilienzfaktoren das sind, ist der Inhalt von diesem Artikel.

Wir leben in einer der “schönsten” Zeiten der Menschheitsgeschichte. Wir haben sofortigen Zugang zu mehr materiellem Komfort, als möglicherweise verwendet werden könnte. Es gibt Essen, Unterhaltung, Ablenkung und Stimulation! Den ganzen Komfort auf Knopfdruck. Trotzdem scheinen die Menschen irgendwie unglücklicher als je zuvor!

Der Anteil an depressiven steigt! genauso wie die Nutzung von Psychopharmaka. Louis CK hat es gut ausgedrückt: “Alles ist modern und erstaunlich, und niemand ist glücklich.” Ein mächtiger Hack für Glück und Beständigkeit, ist es sich nicht gegen die Zeit zu wehren, sondern dankbar zu sein. Aufgeben von kleinen Annehmlichkeiten fördert auch die Dankbarkeit. Mit Dankbarkeit ist es möglich die kleinen Dinge im Leben aufmerksam wahrzunehmen, die Sie wahrscheinlich nicht einmal bemerkt hätten. Die Resilienzfaktoren werden wichtiger als je zuvor!

 

Wie trainiert man seine Resilienzfaktoren?

 

Über die optimalen Methoden zur Resilienz wird viel diskutiert, ebenso über die Resilienzfaktoren. Deutsche Führungskräfte werden trainiert und Trainer sehen sich nach Trainingsmethoden, um “Resilienzfaktoren” zu erlangen. Resilienz stellt dabei eine Personeneigenschaft dar. Gerade in Bezug auf das gesund sein und gesund bleiben, keinen Burnout zu kriegen, ist die Resilienz derentscheidender Faktor. Eine Frage die ich mir immer wieder gestellte habe, vorm Erstellen von diesem Artikel, ist die Frage:

“Ist man resilient oder muss man resilient werden?”

 

Allgemein muss geklärt werden, womit sich Gesundheitspsychologie und Persönlichkeitspsychologie beschäftigen und wie Persönlichkeitsmerkmale und Gesundheit miteinander in Verbindung stehen. Ob eine Person resilient ist, hängt von vielen Faktoren ab. Welche  es gibt, untersuchter die Psychlogin Emmy Werner . Sie wird manchmal sogar Erfinderin der Resilienzfaktoren genannt! In einer der längsten Studien die ich kenne, wurden die Resilienzfaktoren zahlreicher Personen Untersucht. Die Studie ging dabei um sage und schreibe, 44 Jahre! Ihr Zeitraum war von 1955 bis 1999!

Die Probanden entwickelten durch das Training und über den Zeitraum gute psychische Widerstandskräfte. Sie Entwickelte aus der Studien einige Zusammenfassung mit konkteten Persönlichkeitsmerkmalen, die nachfolgenden Persönlichkeitsmerkmale werden als Resilienzfaktoren verstanden. Dazu gehören:

  • Selbstvertrauen
  • verlässliches Umfeld
  • Kommunikationsstärke
  • Fähigkeit zur Planung

 

 


Resilienzfaktoren bestimmen ob du die nötige
Widerstandsfähigkeit für dauerhaften Erfolg im Leben hast

Weitere Quellen der Resilienzförderung

 

Nach dem Jahr 199 fand man zahlreiche weitere Resilienzfaktoren der Resilienzförderung und weitere Ansätze diese zu trainieren. So benennen die Forscher Karen Reivich und Andrew Shatté (2002) folgende sieben Resilienzfaktoren:

  • Emotionssteuerung – Wie verhalte ich mich in Situationen ?
  • Impulskontrolle – Wie ist meine Selbstbeherschung?
  • Kausalanalyse – Wie ist die Ursache-Wirkungs-Beziehung ?
  • Empathie – Empfinde ich Gefühle meiner Mitmenschen?
  • realistischer Optimismus – Mit welcher Sichtweise nehme ich die Zukunft wahr?
  • Selbstwirksamkeitsüberzeugung – Die Fähigkeit zu sein, so zu agieren, wie man sein möchte, die Nutzung von allen Resilienzfaktoren
  • Zielorientierung – Kompetenz, Leistungssteben und Zielorientierung zur Arbeitsleistung

 

 

An die Arbeit von Emmy Werner sowie, knüpft der Entwicklungspsychologe Klaus Fröhlich-Gildhoff an. Im Rahmen seiner Forschungsarbeit rund um die Entwicklung von Resilienz (bei Kindern) ordnet Sie die Resilienzfaktoren als personale Ressourcen ein.

Die eigenen Resilienzfaktoren auszubauen und seine Ressourcen ausfindig zu machen ist dabei gar nicht so einfach, eine Möglichkeit ist sich aufzuschreiben was einem wichtig ist. Drucken Sie die Ressourcenkarte aus und verwenden Sie die nachfolgende Tabelle als Anregung. Desto mehr Punkte Ihnen einfallen, desto besser, desto bewusster leben Sie, desto besser können Sie Ihre Resilienzfaktoren trainieren: Ressourcenkarte als PDF.

 

[su_tabs style=”default” active=”1″ vertical=”no” class=””] [su_tab title=”Persönlich” disabled=”no” anchor=”” url=”” target=”blank” class=””]
• körperliche Konstitution (körperlich fit, beweglich, gesund, körperliche Kräfte etc.)
• geistige Fähigkeiten (geistig beweglich, Ideenreichtum, Phantasie, Kreativität)
• emotionale Fähigkeiten
• Bildung
• eigene Motivation
• eigene Erfahrungen
• Glaubenssysteme
[/su_tab]

[su_tab title=”Sozial” disabled=”no” anchor=”” url=”” target=”blank” class=””]
Beziehungen in der engeren Familie
• Beziehungen im weiteren Familienkreis
• Beziehungen im Freundeskreis
• Beziehungen zu einzelnen / mehreren Personen
• Beziehungen nur aus Nutzen

[/su_tab] [su_tab title=”Materiell” disabled=”no” anchor=”” url=”” target=”blank” class=””]

• finanzielle Situation
• Besitz / Eigentum
• Wohnung ( Größe, Ausstattung)
• Fortbewegungsmittel [/su_tab]

[su_tab title=”Sozialräumlich ” disabled=”no” anchor=”” url=”” target=”blank” class=””]
• Verkehr ( Busanbindung, Wohn- und Spielstraßen, Parkplätze etc.)
• Einkaufsmöglichkeiten in der näheren Umgebung
• Dienstleistungsangebote in ausreichender Form (Ärzte, Ämter, Kitas)
•Spiel- und Freizeitmöglichkeiten • Schule und Ausbildung
• Arbeitsplätze
• Wohnen
• Kommunikationsorte[/su_tab]  [/su_tabs]

 

 

Der Psychologe Fröhlich-Gildhoff identifizierte insgesamt sechs Faktoren, welche als Summe der bisherigen Resilienzfaktoren verstanden werden können:

  • Selbst- und Fremdwahrnehmung,
  • Selbststeuerung
  • Selbstwirksamkeit
  • soziale Kompetenzen
  • Stresskompetenz
  • Fähigkeiten um Problem zu lösen

 

Neben Optimismus, Verlassen der Opferrolle, Netzwerk-, Lösungsorientierung und Zukunftsplanung erwähnt die Psychologin (einige Jahre später) Rampe erstmals die Resilienzschlüssel Akzeptanz und Verantwortungsübernahme. Die Tendenz der Resilienzfaktoren entwickelt sich also von der Wahrnehmung seines Wesens, hinzu der Wahrnehmung der äußeren Umwelt.

 

Bezüge zu diesem Konzept sind auch bei Silvia-Kéré Wellensiek (2011) zu finden. Nach der Sozialpädagogin Monika Gruhl (2008) sind Akzeptanz, Optimismus, Selbstregulation, Verantwortungsübernahme, Beziehungsgestaltung, Lösungsorientierung und Zukunftsgestaltung entscheidende Faktoren für die Resilienzentwicklung.

 

 

 

Ein ähnliches Verständnis über die Resilienzschlüssel findet man bei Katharina Maehrlein (2012).

 

Sie benennt folgende Faktoren: Akzeptanz, positive innere Einstellung, Selbstbewusstsein/Durchsetzungsstärke, Selbstsicherheit, Selbstliebe, Verbundenheit, Lösungen entwickeln, „einem Leitstern folgen“ sowie körperliche und geistige Vitalität. Zudem erwähnt sie in Bezug auf das Berufsleben die Gestaltung des Arbeitsumfelds.

 

Um alle Inhalte für euch bis jetzt zusammen zu fassen möchte ich eine umfassende Studie erwähnen von Bengel & Lyssenko (2012) mit insgesamt 740 Quellen. Demnach gibt es eine empirische Bestätigung für die Resilienzschlüssel. Welcher besteht aus:

 

  • Realistischer Optimismus, Emotionssteuerung, Impulskontrolle, Selbstwirksamkeit, Kausalanalyse, Empathie und Ziel-Orientierung.

 

Vergleich der Resilienzfaktoren

 

Wichtig für einen Vergleich der Resilienzfaktoren bei den verschiedenen Autoren ist jedoch nicht die Überschrift, sondern was jeweils unter den Schlüsseln alles subsumiert wird. Z.B. ist der Schlüssel „Raus aus der Opferrolle“ identisch mit Selbstwirksamkeit. Unter der Überschrift Optimismus sind oft auch Beispiele und Interventionen zur Emotionssteuerung und Impulskontrolle zu finden. Empathie ist zudem ein Aspekt, der oft im Kontext der Netzwerkorientierung auftaucht.

 

Was haben Resilienzfaktoren mit Persönlichkeitsmerkmale zu tun?

 

Die Persönlichkeit sind Wesenszüge, die bei jeder Person variieren und verschieden stark ausgeprägt und entwickelt sind. Die Persönlichkeitsmerkmale sind zeitstabil und stehen in einer bestimmten Anordnung zueinander. Ihr individueller Ausprägungsgrad und die Synergie machen jeden Menschen einzigartig und unverwechselbar. Jeder Mensch ist also ein Unikat und hat individuell ausgeprägte Resilienzfaktoren.

Resilienzfaktoren und Persönlichkeitsmerkmale

„Die spezifische Struktur einer Person wird vor allem deutlich in ihrer Art, wie sie denkt und an Probleme herangeht, welche Meinungen sie vertritt, welche Interessen sie verfolgt, welche Wünsche und Bedürfnisse sie äußert, aber auch welche Gefühle sie zulässt und in ihrem Verhalten zeigt“

 

Die individuelle Struktur hat eine Vielzahl von Erlebens- und Verhaltensweisen als Folge, in denen eine Person in unterschiedlichen Lebenssituationen für sie typisch reagiert.

“Eine Persönlichkeit ist die einzigartige in ihrem Verhalten”!

 

Definition von zeitlich überdauernden Persönlichkeitsmerkmalen

 

Für die Persönlichkeitsmerkmale: Gewissenhaftigkeit, Offenheit für Erfahrungen, Verhaltensweisen konnten Beständigkeiten vom Kindes- bis ins Erwachsenenalter trotz verschiedener Beurteiler und Erfassungsmethoden festgestellt werden.

Nach den Forschern Faller und Lang (2006) sind in der Lebensspanne des Erwachsenseins ist eine Zunahme der Verträglichkeit und Gewissenhaftigkeit und eine Abnahme der Offenheit für Erfahrungen sowie zu verzeichnen. Allerdings ist ungeklärt, wie es zu diesen Veränderungen kommt. In der Regel werden also Erwachsene vom Verhalten über die Jahre ausgewogener

Die Resilienz des Menschen und seinem Individuellen Verhalten, festigt dabei in schwierigen Lebensphasen die Persönlichkeitsmerkmale zu erhalten und beständiger gegenüber wiederholenden schwierigen Zeiten zu werden.

 

Resilienzfaktoren und Gesundheit

 

Schon in der ältesten Psychosomatik davon ausgegangen, dass bestimmte Persönlichkeitstypen anfälliger für einige Erkrankungen sind als andere Typen. „Persönlichkeitspsychologie ist die empirische Wissenschaft von den überdauernden, nichtpathologischen, verhaltensrelevanten Besonderheiten vom Menschen“.

 

Resilienzfaktoren mit Persönlichkeitsmerkmale

Resilienz und Gesundheit

Dabei zählt zu den verhaltensrelevanten körperlichen Merkmalen nicht nur das optische Erscheinungsbild, sondern auch das gesamte Erbgut eines Menschen. Demnach neuronale- und anatomische Strukturen auswirkungen auf das Verhalten haben. Pathologische körperliche Merkmale und Dispositionen werden in der Alltagspsychologie betrachtet und wirken somit bei den Resilienzfaktoren mit ein.

 

Es ist festzustellen, dass resiliente Personen über positive Charakteristika verfügen, mit denen sie das Alltagsgeschehen besser verarbeiten können. Anhand der verschiedenen Untersuchungsbereiche wurde aufgezeigt, wie weitläufig die Thematik Resilienz ist. In der Schule, im Alltag und im Beruf – überall ist Resilienz empfehlenswert, denn resiliente Personen „leichter“ und gelassener das Leben bewältigen.

 

Die Forschung, über Resilienzfaktoren, bildet inzwischen einen festen Grundstein in vielen Bereichen: Beispielsweise fließt die Thematik Resilienz vermehrt in den Trend des betrieblichen Gesundheitsmanagements (AOK, 2013). Aufgrund der Komplexität des Themas,ist es nicht möglich in einem Blog-Artikel, auf alle Faktoren der Resilienz einzugehen. Unbehandelt ist der Punkt geblieben, ob und wie Personen überhaupt Resilienz erzielen können.

 

Zusammenfassung der Resilienzfaktoren

 

Resilienz bedeutet trotz massiver Schicksalsschläge nicht unterkriegen zu lassen und die psychische und physische Gesundheit aufrechtzuerhalten. Seit mehreren Jahrzehnten sind die Themen Resilienzfaktoren und Resilienzforschung aktuell und erfährt seither eine große Beliebtheit (Borgert, 2013, S. 13). So gestaltet es sich schwierig, einen stets  aktuellen Überblick über die jeweils neuesten Forschungsergebnisse beizubehalten. Ziel dieses Artikels war es Resilienzfaktoren zusammenzufassen. Festgestellt wurde, dass resiliente Personen zufriedener mit ihrem Leben und besser in der Lage sind, stressige Situationen und Lebensabschnitte zu bewältigen. Außerdem sind sie leistungsfähiger und bevorzugen ein großes soziales Umfeld, welches ihnen sehr wichtig ist. Hervorzuheben ist auch, dass Personen mit einer hohen Resilienz weniger psychische und physische Beschwerden sowie weniger Angst- zustände haben. Sie verfügen auch über ein hohes Maß an Selbstwirksamkeitserwartung und stehen Veränderungen zunächst positiv gegenüber. Die Resilienz nimmt Einfluss auf viele Bereiche wie: Bildung,Schule, Berufswahl, Familie oder Arbeit. Im Grunde zeigen alle resilienten Personen ähnliche Persönlichkeitsstrukturen und weisen vergleichbare Charakteristika auf.

 

Die aktuell größte Studie, mit über 740 Quellen umfasst nachfolgende Faktoren. Mit denen ist es möglich sich selbst zu hinterfragen und trainieren. Somit auch egal in welchem Lebensbereich mehr Erfolg haben zu können, dank der Resilienzfaktoren:

  1. Realistischer Optimismus
  2. Emotions-Steuerung
  3. Impulskontrolle
  4. Selbstwirksamkeit
  5. Kausalanalyse
  6. Empathie und Zielorientierung
  7. Dankbarkeit

 

Mehr dazu in dem Artikel: Sieben Resilienzfaktoren

Stellen dir zu jedem Punkt Fragen, wie du deine Resilienzfaktoren fördern kannst. Im nächsten Aritkel geht es um eine Anleitung über die sieben Resilienzfaktoren.