Lycopin, das Anti-Krebsmittel aus Tomaten. Was ist dran?

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Lycopin, das Anti-Krebsmittel aus Tomaten. Was ist dran?

Lycopin ein Superstoff? Bevor ich auf die Frage eingehe, möchte ich mich bei der Facebook-Gruppe “Krebs und Ernährung” erst einmal für das ganze Feedback über die Blog-Artikel, die zahlreichen Besucher-Zahlen und natürlich die Klicks auf Werbe-Anzeigen. Danke sagen!

Prostatakrebs ist weltweit etwa die sechsthäufigste Todesursache und am zweithäufigsten diagnostizierte Krebserkrankung bei Männern. Die Inzidenzraten sind in Australien, Westeuropa und Nordamerika am höchsten, während die niedrigste Inzidenzrate in Süd-Zentralasien zu finden ist. Prostataspezifische Antigen -Tests (PSA) haben einen größeren Einfluss auf die Aussagekraft zur Ermittlung der Krankheit als auf die Mortalität [ 1 ]. Ob Lycopin* der besondere Lebensmittelinhaltsstoff förderlich für den Erhalt von einem gesunden PSA Wert sein könnte ist bislang nicht bekannt.

Lycopin

Das Lycopin, welches auch als Carotinoide bekannt ist, findet man in vielen Früchten und Gemüse wieder. Nach den aktuellen Auswertungen ist der Lycopingehalt in Tomaten am höchsten, aber auch anderes Gemüse mit hohem Wasseranteil hat einen sehr hohen Wert – siehe nachfolgende Tabelle. Da alle Tomatenprodukte hohe Lycopinkonzentrationen enthalten, sind sie gleichzeitig die wichtigste Quelle. Erwähnt werden muss, dass die Lycopinkonzentration in frischen Früchten jedoch eine Variabilität, abhängig von den Umweltbedingungen, der geographischen Lage, der klimatischen Situation, Arten und der Reife hat.

Lebensmittelübersicht

In dem nächsten Absatz wird die Dosierung von Lycopin besprochen, mögliche Nebenwirkungen, in welchen Lebensmittel Lycopin vorkommt und welche Wirkung es auf die Prostata hat.

Lycopin: Tagesbedarf und Dosierung

Mehrere epidemiologische Studien haben eine erhöhte Lycopinaufnahme in Verbindung gebracht mit einem verminderten Risiko für Prostatakrebs. In den vergangenen Jahren wurde immer wieder darüber diskutiert, in wie weit die Aufnahme von Lycopin vor Krebs schützen kann. In diesem Artikel möchte ich in erster Linie viel Information über Lycopin mit einfachen Worten zusammenfassen.

 

Die Absorption  aus Nahrungsquellen liegt nach den Forschern…. im Bereich von 10 bis 30% beim Menschen, aufnahme von Lycopin und seinen geometrischen Isomeren ist bei wärmebehandelten Produkten größer als bei unverarbeitetem Tomatensaft beim Menschen. Stahl W, Sies H J Nutr. 1992 Nov; 122: 2161-6

Wirkung und Aufnahme

Eine Theorie zur Prävention von Krebs: Einige antioxidativ wirkende Mikronährstoffe in unserer Nahrung, wie Carotinoide, Vitamin C und Vitamin E, können schädliche Radikale abfangen und dadurch die Krebsentstehung und/ oder Verbreitung hemmen

  • Diese Theorie widerspricht Studienergebnissen, wie zum Beispiel der veröffentlichen Studie im New England Journal of Medicine: ” Caratinoide konnte die gemessenen Biomarker für oxidativen Stress nicht signifikant reduzieren”. Weiterhin wird berichtet, dass Lycopin  möglicherweise nicht die aktive krebshemmende Komponente von Obst und Gemüse ist. [1]

Eine weitere Theorie ist, dass Lycopin eine Abnahme der Zellproliferation eine Wachstumshemmung bewirkt. Nach 48 Stunden Inkubation stellten die Forscher Hwang & Bowen P.E. eine Wachstumshemmung von 67% fest [2].

Das cis- Isomer hat eine bessere Bioverfügbarkeit. Die Löslichkeit wird durch eine leicht veränderte Struktur erhöht, die das Molekül kürzer und gleichzeitig geeigneter für die Micelle macht.

Wird möglicherweise isoliertes Lycopin (Nahrungsergänzungsmittel) nicht vom Menschen aufgenommen? Doch wird es ! Männer die hohe Mengen an mg Lycopin erhielten, zeigten einen signifikanten Anstieg der Lycopin-Konzentration (Ergebnis vom Forscherteam van Breemen: mittlere Differenz 0,69 ± 0,59 μM) im Vergleich zur Placebogruppe (Siehe Tabelle 2 und Ergebnis vom Forscherteam van Breemen.

In der Pflanze dominiert eine Form von Lycopin all-trans-Isomer mit, während im menschlichen Organismus die cis-Form vorliegt. Das in pflanzlichen Lebensmitteln enthaltene all-trans-Lycopin wird einerseits durch Hitze und Licht und Magensaft zu einer cis-Formen isomerisiert  51 – 56

Gibt es dennoch einen Vorteil Lycopin in einer Nahrungsmittelmatrix oder durch Lebensmittel einzunehmen? Ja, den Vorteil gibt es! Hinweise deuten drauf hin, dass Lycopin in einer Nahrungsmittelmatrix stabiler bleibt. Die Forscher sprechen von einem “all- trans- Isomers”. Wodurch verhindert wird, dass wertvolle Molekül zur “cis- Konformation” isomerisieren [3]. Es wird also angenommen, dass die Nahrungsmittelmatrix, an die Lycopin fest gebunden ist, zur Aufrechterhaltung eines stabilen all- trans- Isomers beiträgt (wodurch verhindert wird, dass das Molekül zur cis- Konformation isomerisiert). Durch die Zerstörung von Chromoplasten-Membranen und die Verminderung der Integrität von Zellen, kann die thermische und mechanische Behandlung eine leichtere Freisetzung von Lycopin aus der umgebenden Matrix bewirken. Die Zugabe von Lipiden zu lycopinhaltigen Nahrungsmitteln erhöht ebenfalls die Bioverfügbarkeit.

Hat der besagt Wirkstoff aus der Tomate denn einen gesundheitlichen Vorteil in der Vorbeugung oder Therapie? Ja, den Vorteile hat er. Nicht immer sind sich die Forscher schlüssig. Dafür möchte ich kompakt einige Studienergebnisse in der nachfolgenden Tabelle darstellen.

Tabelle 2: Lycopene, PSA-Wert und Prostata Krebs

Lycopin, ein Vertreter der Kohlenwasserstoff-Carotinoide mit der Summenformel C 40 H 56 mit 13 Doppelbindungen. [6].

Lycopin, Abschließend

Sie erinnern sich an den folgenden Satz oberhalb vom Text:
“Nach 48 Stunden Inkubation stellten die Forscher Hwang & Bowen P.E. eine Wachstumshemmung von 67% fest”, da jedoch ein Tomatenpasten-Extrakt anstelle von isoliertem Lycopin verwendet wurde, könnte es möglich sein, dass die Ergebnisse zusätzlich durch andere Tomatenkomponenten induziert wurden [2 ]. Beim zusammenfassen der Inhalte muss man genau darauf achten: Welche Population herangezogen wurde? Waren es maximalpigmentierte, Europär, Asiaten oder lediglich Tiere? Während im Reagenzglas (in-vitro) Studien überwiegend die chemopräventiven Effekte von Lycopin auf Prostatakrebszellen zeigten. Versuchten Forscher die Antitumor-Aktivität von Lycopin in Tiermodellen und am Menschen zu rekapitulieren. Die Ergebnisse waren jedoch überwiegend inkonsistent. Dennoch beruht der Einsatz von Lycopen in der Klinik immer noch auf Befunden aus randomisierten kontrollierten klinischen Studien. Neuere systematische Übersichtsarbeiten konnten zeigen, dass Lycopin bei einigen Populationen in der Lage ist, die Serum-PSA-Werte bei Patienten mit Krebs zu senken und die proliferieration der Prostatazellen zu senken [7]. Abschließend sind zwar in vielen Studien Hinweise auf eine positive Wirkung zu erkennen, welche vermutlich erst durch unterstützende Wirkungen von natürlichen Inhaltsstoffen und / oder der Kombination von Lebensmittel entstehen. die klare Empfehlung von nachhaltigen Forschern könnte lauten, esst 150 Gramm gekochte Tomaten mit verschiedenen weiteren Lebensmittel bei Prostata Krebs.

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