Zum Inhalt springen

Darmsanierung nach Antibiotika

Teile unseren Beitrag!

Größtenteils liest man über Darmsanierungen die nichts mit einer Darmsanierung nach Antibiotika zu tun haben.  Die Besiedlung der humanen Darmflora verläuft in vier Phasen, abhängig von der Entwicklung des Darmes endogene und exogene Einflussfaktoren wie Geburt, Umgebung, Ernährungsweise, Hygiene.
Die Darmflora verändert sichbis zum Erwachsenenalter permanent, du Spruch ” Du bist was du isst” ist nicht so abwägig. Im Erwachsenenalter hingegen bleibt intestinale Mikrobiota in der Regel stabil, außer der Mensch ernährt sich Ballststoffarm oder Probiotikaarm.

 

Altersabhängige Entwicklung der humanen Darmflora Quelle: Kasper, 2004, S. 79

Weil Stillen die Vermehrung von nützlichen Bifidobakterien begünstigt, sind Brustkinder besser geschützt. Die Entstehung der Bifidobakterien führt nach Kasper (2004) nachfolgend zu einer Produktion von Milch- und Essigsäure, die das Darmmilieu ansäuern, welche pathogene Keime abtöten können.  (Kasper, 2004, S. 78-79). Falls sich in einer der nachfolgenden Phasen die Darmflora verändert liegt es an Antibotika, Hygiene, Adipositas oder an Erkrankungen des Darmes (Beckmann, Rüffer, 2000, S. 6).

 

Die Darmflora entwickelt sich in folgenden Schritten

 

(1) Phase

Die Erstbesiedlung erfolgt unmittelbar nach der Geburt. Auslöser ist nach Beckmann & Rüffer (2000) die sogenannte „Schluckimpfung“,  ein Verschlucken des Fruchtwassers. Der Darm des Fötus ist steril, das Forscherteam von Vrieze et al. 2010) fand heraus, dass die erste Besiedlung findet während erst während der Passage durch den Geburtskanal statt. der Passage durch den Geburtskanal wird er mit Mikroben besiedelt (Vrieze et al., 2010, o. A.). Beckmann, Rüffer (2000) & Braune ( 2012)  & Kasper ( 2004) berichten, dass die Geburtsart wie Kaiserschnitt oder natürliche Geburt ie bakterielle Zusammensetzung des Mikrobioms beeinflusst. Bei der natürliche Geburt kommen Säuglinge mit der Flora der Mutter in Kontakt (Die Kolonisierung mit Bifidobakterien und Bacteroides spp. erfolgt). Nach Braune (2012), Gorkiewicz (2007) Musso et al. (2010) weisen Kaiserschnitt Kinder wesentlich geringere Menge an Bifidobakterien und Bacteroides spp. auf und haben eine höheres Risiko für Fehlbesiedlungen.

(2) Phase

Die Art der Nahrung spiet in den ersten Monaten des Kindes vermutlich eine entscheidende Rolle. Gestillte Kinder weisen eine andere bakterielle Zusammensetzung als Flaschenkinder. Die Kinder welche mit der Flasche gefüttert wurden besitzen zwar Bifidobakterien, aber in deutlich geringerer Menge als Brustkinder (Gorkiewicz, 2007, S. 16; Kasper, 2004, S. 78-79).

 

 

Entstehung der Darmkolonie

 

(3) Phase:

In der dritten Phasevervielfacht sich die Spezies auf 800-1000 Darmbaktierien Braune, 2012, S. 7; Musso, Gambino, Cassader, 2010, o. A.). (Im Vergleich haben Säuglings nach dem Forscher Braune (2012) besteht aus ca. 20 Bakterienspezies). Zzeitgleich mit der Entwöhnung von der Muttermilch ist das Intestinale Mikrobiota vollständig im zweiten Lebensjahren ausgereift. Bis zum zweiten Lebensjahr vervielfachen sich die Anzahl der Darmbakterien auf 800-1000 Spezies (Braune, 2012, S. 7)

(4) Phase:

Die “erwachsene” Darmflora bleibt im Laufe des Lebens nicht konstanter, bis der Mensch ca. das 50-60 Lebensjahr erreicht hat (Beckmann, Rüffer, 2000, S. 6; Vrieze et al., 2010, o. A.). Der Alterungsprozess ist mit einer Reihe von physiologischen Veränderungen verbunden, die auf bakterielle Diversität der Mikroflora auswirken können. Die Anzahl der Clostriedien steigt drastisch an und der Anteil der nützlichen Bifidobakterien erfährt quantitativen Rückgang. Dies wurde in der kontrollierten Kohortenstudie mit 161 Patienten im Alter von ≥ 65 Jahren bestätigt. Ältere Probanden besaßen eine viel höhere Anzahl an Faecalibacterium spp. und Clostridium-Cluster als die Kontrollgruppe (n = 9) aus jüngeren Probanden im Alter von 28 bis 46 Jahren (Claesson et al., 2011, o. A.). Dieser Wandel in der bakteriellen Vielfalt findet unter altersbedingten Veränderungen wie Inappetenz, Schluckstörungen, Sinnes- und Geschmackverlust statt. Das wiederum kann ein Minderung der Nahrungsaufnahme bzw. Veränderung der Essgewohnheiten verursachen, die zur dramatischen Entgleisungen des bakteriellen Gleichgewichtes beitragen können (Beckmann, Rüffer, 2000, S. 5.). 9. Einflussfaktoren auf die Darmflora Intestinale Darmflora setzt sich unter dem Einfluss endogener und exogener Faktoren zusammen. Sowohl endogene Wirtfaktoren (Geschlecht, Alter, Gesundheitszustand) als auch exogene Umweltfaktoren (Stress, Hygiene) können Verschie- 26 bungen in der Art und Zusammensetzung der Mikrobiota hervorrufen (Autenrieth, 2000, S. 7; Braune, 2012, S. 8; Hammer, Aichbichler, 2003, S. 18; Neumeister et al., 2009, S. 113-114). Ebenfalls erweist sich die Ernährung als wesentlicher Einflussfaktor für die bakterielle Veränderung der Darmflora.

 

Darmsanierung

(1) Warum die Theorie der Nahrungsergänzungsverkäufer nicht funktioniert
(2) Wie eine Darmsanierung funktioniert

 

Eine Darmsanierung hat einen speziellen Grund: Krankheit,Stress oder / und Antibiotika. Um die Gesundheit zu unterstützen Verkäufer mit der neuen Vitamin-Pille, die Lösung diese zu kaufen scheint so klar. Defizit ausgleichen, die Verkaufsargumente hören sich sehr sehr gut an. Wär da nicht, dass der Darm mehr Aufgaben hat als wir denken, er gilt als Grundgerüst des Immunsystems. Aus folgendem Grund: Barrieren mit der Erreger und Toxine nicht in den Körper gelangen sollten. Die Barrier die als ,,Tight-Junctions” ( “Enge-Kreuzung” übersetzt) erwähnt werden sind Membranproteine, welche die Verbindung mit dem Darm darstellen. Epithelzellen dort haben zwei Aufgaben: (1)Nährstoff- Aufnahme und Transport ins Blutplasma & (2) Kontrolle über Darminhaltsstoffen bzw. Eindringlingen welche in den Körper möchten

Die Barriere “Tight-Junction” kann durch viele Ursachen gestört werden, wie schlechte Ernährung, kaum Ballaststoffe und auch Stress. Was nützen einem dann wohl Vitamine die unverdaut in das Blutplasma ohne Transportproteine gelangen könnten. Eben weil Transportproteine fehlen richten die so tollen Ergänzungen möglicherweise mehr Schaden an.

 

Nebenwirkungen während der Darmsanierung

Obwohl faserreiche Ernährung die Darmgesundheit erheblich unterstützt, geht die Verwertung der Ballaststoffe mit vermehrter Bildung von gasförmigen Metaboliten einher, was den Wirt stark belasten kann (Der Brockhaus, 2004, S. 114). Proteinreiche Kost begünstigt Kolonisierung vorwiegend mit anaeroben Bakterien (Autenrieth, 2000, S. 7). Eine fettreiche Ernährungsweise wirkt negativ auf die Darmflorazusammensetzung aus und führt zur vermehrten Freisetzung der proinflammatorischen Zytokinen wie TNF-α, IL 1, IL 6 (DiBiase, 2008, S. 464; Vrieze et al., 2010, o. A.).


tolle Kommentare!